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UNI START - Kleine Auflösung

Seit heute gehöre ich nun offiziell zur Gruppe der "Studenten" an. Das ist einerseits ein recht merkwürdiges Gefühl als Erstsemester, weil man gerade als Neuling irgendwie nicht so ganz ins Gesamtbild hineinpasst.

Gut, erst einmal: Die Optik der Uni Stuttgart ist wirklich nicht ansprechend - Hauptsächlich Gebäude im Plattenbaustil, viel Beton, Graffiti-Studentenparolen inklusive. Zudem gibt es einen Hörsaal, der "Provisorium" genannt wird - Man nehme eine Turnhalle, paar Sitzreihen, einen Projektor und: Voilá, fehrtüsch ihst dü Prövisöriüm.

Eigentlich hat für mich das Semester schon letzte Woche begonnen, und zwar mit einer ordentlichen Portion Organisationsstress. Stichwort: Stundenplan.

Vergesst alles, was in der Schule war: Keiner kommt hier mit dem Stundenplan auf dem Serviertablett an und reicht euch den fertigen Plan von Montag bis Freitag. Das muss man auf einer Universität alles selbst machen. Was recht einfach klingt, erweist sich hier schon als erste große Hürde des Studierens, da keiner einem so richtig helfen kann/mag/darf/muss. Welchen Kurs nehme ich? Welche Uhrzeit? Kann ich das mit einem Proseminar vereinbaren? Was davon ist Pflicht? usw. Die einzige Stütze: Ein paar wenige nette Professoren, bei denen man lernt, dass das Mediävistikwerk "LAUrin" nicht "LaurIN" heißt, und die Fachschaften der einzelnen Institute, die nicht immer für einen Zeit haben müssen. Tja, und die Leute von der Fachschaft, besonders der von Geschichte... typische Studenten eben, wie man sie aus zahlreichen Parodien kennt: Rucksack bis zum Schulteransatz, karierte Hemden, einem waschechten "Mama's Liebling"-Blick vom Typ "Malte". Und dann müssen sie einem bei dem Wilkommensrundgang noch einem reindrücken, dass man ganz viel Latein machen darf. Tja, Herr "Stowasser", scheint, als ob unsere gemeinsame Zeit noch nicht zu Ende ist. Doch ich kann mit meinem großen Latinum froh sein: 60-70% der Erstsemester im Fach Geschichte haben noch nie Latein gehabt und dürfen in einem Jahr all das nachholen, was ich in 7 Jahren hatte. Das sind vielleicht mal "arme Schweine".

Gut, wenn man dies so einigermaßen erledigt hat, geht der Stress weiter: Außer in die Vorlesungen muss man sich komplett für ALLES anmelden, sprich: Zum Sekretariat des jeweiligen Instituts gehen und sich in die Anmeldeliste eintragen. Nur: Was ist, wenn es 10 Stockwerke gibt und die davon noch zum Teil in A und B unterteilt sind? Allein die Stockwerktafeln an den Aufzügen sind ein Studium für sich.
Wenn man auch diese Hürde genommen hat, kommt oft der erste Schock:
"Tut mir Leid, alle Listen sind schon voll! Sie könnten nur auf die Warteliste kommen"
Mahlzeit.
Also bangen und sich auf die Warteliste eintragen.
Und auch hier ein weiterer Minuspunkt: Die Sekretärinnen. Nicht immer sonderlich nett, einfach nur affektiert, zu "zickig" tendierend.
Dann die ganzen kommentierten Vorlesungsverzeichnisse, die man braucht.... Da ist man ruckzuck 1 Eurox6 los.

Aber es gibt auch gute Seiten: Die Mensa ist wirklich besser als erwartet. Groß, mensa-ig eben, aber vom Angebot her positiv überraschend.
In meinen Studium kann ich freiwillig noch Kolloquien und Übungen belegen, die wirklich dem entsprechen, was ich vielleicht auch später mal machen möchte: Kulturjournalismus in Funk und Fernsehen! Yay!
Auch sonst habe ich (noch) einen recht "entspannten" Stundenplan. Wollen wir es mal hoffen, dass er trotz der Tutorien so bleibt... Heute gab es nämlich kurzfristig eine Änderung: Keine Barbarossa-Vorlesung, sondern dafür eine Hanse-Kultur-Nordsee-Vorlesung. So schnell kann sowas gehen.

Gerade war ich bei der Erstsemesterveranstaltung "Avete Academici", die mich stellenweise vom Bühnenprogramm her an Kinderanimation erinnert hat. Aber die Stände der AGs waren doch recht interessant (HoRadS).

Man merkt schon, dass amn auf der Universität andere Ansprüche hat. Es mag zwar so klingen, dass ich die Uni schrecklich finde - dem ist nicht so, überhaupt nicht. Aber es ist schon eine kleine Umstellung.
Es ist kein Berufskolleg, keine Berufsschule, keine BA, keine Fachhochschule oder gar Privatschule. Nein, es ist eine Universität, wo man hier schon auf das wahre Berufleben vorbereitet wird, anstatt einen mit guten Noten zu umgarnen, weil man vielleicht mit dem Schulbeitrag sich die Note theoretisch erkauft, und Unterricht zu haben, der irgendwie noch an die gute, alte Schule erinnert...

So, jetzt gönne ich mir noch ein wenig Mittermeier's "Paranoid" und schlafe mich morgen schön aus für meinen Unitag, der glücklicherweise nicht vor 9:45Uhr beginnt

Liebe Grüße und einen schönen Abend,
Uni-Bianca
16.10.06 20:05
 


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