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Teil 3 - Supercalifragilisticexpialidocious

Voller Erwartungen und mit immernoch schmerzenden Füßen ging es in Richtung Prince Edward Theatre zu meinem neuen Musical auf der Londonreise: Mary Poppins.

Eigentlich war ich nicht der größte Fan des Filmes, weil er für mich als Kind viel zu lang und auch leicht altbacken war. Die Tatsache, dass dem Musical neue Songs hinzugefügt wurden und Disney dahintersteckt, ließ mich allerdings hoffen, dass die Show besser wird.

Das Theater war groß und wirklich, wirklich schön. Alles in elegantem rot gehalten, ein wirklich toller Saal. Nachdem ich mich dann auch mit Merchandising eingedeckt hatte, ging es zu den Plätzen, die, zu meiner Überraschung, optimal und perfekt waren, nämlich in Reihe 5, Mitte.

Der Saal verdunkelte sich dann auch fast pünktlich und die ersten Klänge zur Ouvertüre erklagen, die einem wirklich Gänsehaut bescherte. Leider gab es hier schon die erste Änderung und Überraschung: Kein Gavin Creel als "Bert" - der Schornsteinfeger und Straßenmusikant -, dafür aber ein sehr bekanntes Gesicht, nämlich der Stuttgarter Ex-Vampir Howard Jones, der seine Sache mindestens genauso gut machte. Für mich war er auf jeden Fall der perfekte Bert, weil er so schön British war und optisch sehr dem Film-Bert ähnelte und sich zudem noch als richtiges Steptalent entpuppte.

Die Bühnentechnik war sehr beeindruckend: Ein riesengroßes, überdimensionales Puppenhaus, das nach je nach Bedarf nach hinten und nach unten geschoben kann. Jedes Zimmer im Hause der Familie Banks war absolut bis ins kleinste Detail dekoriert.
Die beiden Kinder, die Jane und Michael Banks gespielt haben, waren super und sehr talentiert, vorallem im Vergleich zur Castaufnahme, da ich die stimmlich irgendwie gar nicht ab konnte, zu quietschig.

Und da kam sie auch schon mit einem großen Knall und vielen, bunten Herz-Kirschblütenblatt-Konfettis, die en masse von der Decke rieselten: Mary Poppins, die von Scarlett Strallen verköpert wurde. NIE war Mary Poppins tougher und cooler als in dieser Show! Sie ist ganz anders als Laura Michelle Kelly, die Ur-Mary Poppins in London, aber das ist auch gut so. Wunderschöner Sopran mit einer fantastischen Leichtigkeit und der gewissen Eitelkeit, die eben die Figur der Mary Poppins ausmacht - einfach "practically perfect". Und eine begabte Tänzerin - WOW, einfach klasse und absolut bewundernswert!

Das große Highlight war natürlich die Supercalifragilisticexpialidocious-Szene, bei der es auch den meisten Beifall gab - die Choreographie des Songs und die Umsetzung ist allein ein Meisterwerk für sich, da die Bewegungabfolgen brutal schnell sind.
Un danach ging plötzlich der Vorhang runter - Technisches Problem... na toll, aber glücklicherweise ging es 5 Minuten später weiter und Mary Poppins verließ zum ersten Mal die Cherry Tree Lane Nr. 17, fliegend natürlich mit ihrem Schirm, wo die Engländer ausrasteten und stürmisch applaudierten.

Nach der Pause war es spannend - kommt Mary Poppins wieder zurück? Werden die Bankskinder vor dieser neuen Vogelscheuchennanny gerettet? Natürlich, sonst wäre es ja nicht Disney
Aber meine absolute Lieblingsszene im 2. Akt: "Step in Time", die Stepszene der Schornsteinfeger auf den Dächern und Kaminen Londons. WOW, wow wow wow. Mehr kann ich dazu nicht sagen, die Choreographie ist fantastisch, alles synchron, einfach sagenhaft, wenn alle zusammen in einer Reihe steppen. Und auch ein Highlight: Bert läuft tatsächlich vertikal die Bühne rauf und steppt dann auf dem Kopf(!!) an der Decke des Bühnenrahmens! Das habe ich wirklich noch nie gesehen, das restliche Publikum schüttelte nur wie ich mit dem Kopf, der reine Wahnsinn.

Aber irgendwann mal ist auch der reinste Wahnsinn vorüber: Familie Banks hatte sich wieder lieb, Mary Poppins hatte beste Arbeit geleistet und gab allen nochmal auf den Weg: "Anything can happen if you let it"... sprach sie und flog ein letztes Mal über die Däche und dann sogar über das Publikum hinweg - ein genialer "AAAH"-Effekt, bei dem merkt, dass Mary Poppins viel zu schnell vorbeigegangen ist und ein wunderschönes Familienmusical für alle Altersklassen ist... auch ich saß mit riesigen, leuchtenden Kinderaugen da und freute mich an diesem wunderschönem Spektakel.

Mary Poppins ist nicht altbacken, Mary Poppins ist total tough und ich kann jedem die Show empfehlen. Natürlich hat sie 2-3 Szenen, die sich etwas ziehen, aber durch die den abwechslungsreichen Szenenwechsel langweilt man sich eigentlich nie richtig.

So verließ ich dann freudestrahlend das Theater mit einem Lied auf den Lippen... supercalifragilisticexpialidocious... denn genau das ist Mary Poppins...

MORGEN: TEIL 4... Tower Bridge und... WICKED
8.11.06 17:01
 


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